
Die Menschen Masurens sind im Verlauf ihrer Geschichte vom Schicksal alles andere als verwöhnt worden. Besetzungen ausländischer Mächte lösten sich ab mit kriegerischen Auseinandersetzungen, Ausrottungen und Vertreibungen, Hunger und Pest.
Die lange und leidvolle Geschichte Masurens kann an dieser Stelle nicht ausreichend beschrieben und gewürdigt werden (Buchtipp: Ostpreußen. Geschichte und Mythos, Pantheon Paperbacks, von Andreas Kossert, 02.07).
Daher soll hier nur auf die Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg eingegangen werden, weil sie die besondere Situation dieser zwiegespaltenen Region erklärt.


Das bitterste Kapitel masurischer Geschichte ist zweifellos die Zeit des Kriegsendes 1945. Obwohl die Russen schon im Juli 1944 die Grenzen Ostpreußens erreichten, hatten die NS-Behörden erst wenige Stunden vor Eintreffen der sowjetischen Truppen im Januar 1945 die Räumung Ostpreußens befohlen: Die Flucht wurde außerdem noch durch Schneestürme und klirrende Kälte behindert und geriet so zu einem Inferno. Zigtausende kamen ums Leben und Ostpreußens Dörfer und Städte versanken in Schutt und Asche. Mehr als eine halbe Million Ostpreußen konnten nicht mehr lebend ermittelt werden. Ostpreußen wurde im Juli 1945 auf der Potsdamer Konferenz geteilt, und zwar fiel der nördliche Teil an die Sowjetunion und der südliche an Polen. Die Zahl der verbliebenen Deutschen in Ostpreußen wurde auf 500.000 geschätzt. Schon bald nach Kriegsende begannen die polnischen Behörden, auch diese auszusiedeln. Eine Ausnahme bildeten die Masuren, weil diese als Alteingesessene ("Autochtone") betrachtet wurden, die wieder repolonisiert werden sollten. Sie wurden 1951 per Gesetz zu polnischen Staatsbürgern gemacht, durften zwar ihr Eigentum behalten, bekamen aber keinerlei Minderheitenrechte. Daher versuchten die meisten, oft in jahrelangen Anstrengungen, eine Ausreisegenehmigung zu erhalten, was ihnen letztlich auch gelang. Nach einer Schätzung von 1991 sollen heute in Masuren noch ca. 12.000 Deutsche leben. An die Stelle der Deutschen traten nach dem Krieg polnische Siedler aus dem polnischen Kerngebiet und den ehemals polnischen Ostgebieten. Auch Zwangsansiedlungen von Ukrainern wurden vorgenommen. Die verschiedenen Gruppen haben sich heute in der zweiten oder dritten Generation assimiliert zu Masuren polnischer Nationalität und katholischen Glaubens.
Damit Sie einige Eindrücke von Masuren bekommen können, haben wir Ihnen eine Bildergalerie zusammengestellt.
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